Rossini - Petite Messe solennelle
Rossinis letztes Meisterwerk: Die Petite Messe solennelle
Gioachino Rossinis Petite Messe solennelle steht als Höhepunkt sakraler Musik des 19. Jahrhunderts für die Verbindung opernhafter Dramatik mit spiritueller Tiefe. Das 1863 entstandene Werk überrascht durch seine intim besetzte Begleitung mit Klavier und Harmonium – eine ungewöhnliche Wahl, die dem Stück transzendente Leichtigkeit verleiht.
Vom Opernkomponisten zum Kirchenmusiker
Drei Jahrzehnte nach seinem Opernruhm kehrte Rossini mit dieser Messvertonung zur geistlichen Musik zurück. Die Petite Messe solennelle trägt Züge seiner Buffa-Erfahrung, ohne ihre sakrale Würde zu verlieren: Weite melodische Bögen wechseln sich mit suggestiven Harmoniefolgen ab, Chorsätze voller Textverständlichkeit korrespondieren mit virtuosen Solopartien.
Konzerttermin in der Stadtkirche Schorndorf
Die Schorndorfer Kantorei lässt am 1. Juni 2025 unter Leitung von Julian Handlos dieses faszinierende Werk erklingen. Mit Claudia Großekathöfer am Klavier und Fabian Wöhrle am Harmonium wird die Originalbesetzung originalgetreu nachgebildet, die Rossini für die Uraufführung 1864 in einer Pariser Privatkapelle vorsah. Diese reduzierte Instrumentierung offenbart überraschende klangliche Nuancen – von meditativer Innigkeit bis zu opernhafter Expressivität.
Zwischen Ironie und Demut
Rossinis eigenhändige Widmung („Lieber Gott – voilà, nun ist diese arme kleine Messe beendet...“) verrät seine zwiespältige Haltung. Die Komposition changiert meisterhaft zwischen opernhafter Eleganz und ernster Glaubensreflexion, besonders im ergreifenden Agnus Dei, das zu den berührendsten Schöpfungen spätromantischer Kirchenmusik zählt.
Entdeckungsreise durch vokale Pracht
Das Werk fordert Solist:innen höchsten Ranges: Vier Gesangsstimmen müssen sich im Dialog mit dem transparenten Klangteppich aus Harmonium und Klavier behaupten. Chorpartien voller rhythmischer Vitalität erfordern präzises Zusammenspiel – ein akustisches Erlebnis, das sowohl sakrale Andacht als auch theatralische Spannung bietet.
Zeitlose Aktualität
Rossinis Messvertonung beeindruckt durch ihre Modernität: Die reduzierte Instrumentierung ermöglicht ungewohnte Transparenz, die satztechnische Meisterschaft verleiht dem liturgischen Text ungeahnte emotionale Tiefe. Für heutige Zuhörer:innen erschließt sich so ein Werk zwischen historischer Aufführungspraxis und überraschender Gegenwartsnähe.
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